Fertig gestellte Dorfchronik war schönstes Geburtstagsgeschenk
Mit heiterem Festakt 750-Jahr-Feierlichkeiten in Damscheid eingeläutetAuf den Tag genau feierte Damscheid an Dreikönig in einem heiteren Festakt die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes vor 750 Jahren. Und obwohl die Gemeinde damit erst am Anfang eines großen Veranstaltungsreigen stand, war die Erleichterung und Freude über ein bis dato geschaffenes Werk groß: Druckfrisch konnte den Bürgern die unter der Feder von Richard Kapp entstandene knapp 400 Seiten umfassende Dorfchronik präsentiert werden. Ein besonderes Ereignis, zu dem der Vorsitzende des Festausschusses Hans Ensel zahlreiche Damscheider im Winzersaal willkommen heißen konnte.

Das große Werk ist geschafft: Feierlich übergab Autor Richard Kapp (Mitte) die unter seiner Feder entstandene Dorfchronik „Damscheid – ein Rheinhöhendorf“ an Bürgermeister Alois Ternes und Hans Ensel
„Gerne habe ich Anfang letzten Jahres die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Chronik zum Geburtstagsjubiläum zu schreiben. Aber was ich mir als sinnvolle Freizeitbeschäftigung für einen Rentner vorgestellt hatte, entpuppte sich schnell als Fulltimejob“, berichtete Richard Kapp, der sich in der Region bereits einen Namen als Chronist und Heimatbuchautor gemacht hat, rückblickend in seiner mit kleinen Humoresken gespickten Rede. Viele Ordner voll Material habe es zu sichten, lesen und auszuwählen gegeben. „Den Poeten in mir reizte es, aus diesen Daten und Fakten lebendige Geschichten zu machen. Aber als Chronist gilt es stets auch akribisch bei der Wahrheit zu bleiben“, beschrieb der Wiebelsheimer die besondere Herausforderung. Sein Dank galt all jenen, die ihn dabei unterstützten bzw. die Chronik mit eigenen Beiträgen ergänzten.
„Richard Kapp ist es vorzüglich gelungen der vielfältigen Geschichte des Dorfes Leben und Gestalt zu geben, um die Erinnerung an die Vergangenheit wach zu halten und vor allem an unsere Jugend weiterzugeben“, lobte Ortsbürgermeister Alois Ternes. Dass die Entstehung kein leichtes Unterfangen war, zeige sich darin, dass ein Gemeinderatsbeschluss zum Verfassen einer Chronik bereits in das Jahr 1997 zurückreiche. „Die Schaffung dieses Buches war vom Aufwand her die umfangreichste Aufgabe in meiner fast 20-jährigen kommunalpolitischen Tätigkeit“, räumte Ternes gegenüber den Festgästen ein. Beigeordneter Christian Stahl zollte ihm dafür im Namen der Gemeinde seinen ganz besonderen Dank. Gemeinsam habe man ein Werk geschaffen, auf das man stolz sein könne.

Zahlreiche Gäste feierten in Damscheid den 750. Geburtstag der Ortsgemeinde; unter ihnen auch Kreisbeigeordnete Gerda Brager (vorne, 2.v.l.), Pastor Bernhard Jakobs sowie Verbandsbürgermeister Thomas Bungert mit Gattin
Der Bogen der unterhaltsam und gut lesbar aufbereiteten Historie des Dorfes spannt sich über 22 Kapitel; angefangen bei den Eheleuten Friedrich und Lyberadis Scheminch, die vor 750 Jahren durch die Übertragung zweier Weinberge an das Kloster Eberbach den Grundstein für die Entstehung des Dorfes legten und im Gegenzug ein Pfund Wachs für ihr Seelenheil zu opfern verlangten. „Das waren noch Zeiten“, meinte Verbandsbürgermeister Thomas Bungert in seiner Gratulation scherzend an Pastor Bernhard Jakobs gerichtet. Themen wie Pest, Hunger und Krieg, die Schule, Wald und Jagd, Bergbau und Handwerk und das Vereinsleben schließen sich an. Als Besonderheit gilt sicherlich das Kapitel mit der Darstellung alter Damscheider Häuser mit ihren Hausnamen und den noch bekannten Hauszeichen.
Als Dank für ihr Mitwirken unterschiedlichster Art an dem rundum gelungenen Werk überreichte Ternes im Namen des Gemeinderates Wiltrud Ensel, Reinhold Muders, Richard Ziegmann, Heinz Müller und Sabine Fröhlich-Kunz eine signierte Chronik. Für sein besonderes Engagement wurde Josef Bernd zusätzlich mit der Verdienstplakette der Gemeinde ausgezeichnet.

Für ihr Mitwirken mit einer signierten Chronik ausgezeichnet wurden Josef Bernd (2.v.l.) Reinhold Muders, Wiltrud Ensel, Richard Ziegmann, Sabine Fröhlich-Kunz und Heinz Müller. Für sein besonderes Engagement erhielt Josef Bernd außerdem die Verdienstplakette der Gemeinde
„Die dörfliche Gemeinschaft ist in Damscheid ganz tief verwurzelt. Dies spiegelt sich auch in der Chronik wider“, hob Kreisbeigeordnete Gerda Brager in ihrem Grußwort hervor. Trotz oder gerade wegen seiner 750 Jahre spüre man hier viel Tatkraft und Lebendigkeit. „Bewahren sie sich diese Gemeinschaft.“
Musikalisch untermalt wurde die Feierstunde vom Musikverein Damscheid. Dem Festakt schloss sich die erste von drei Aufführungen des Stückes „Die Holzaktion“ durch den Damscheider Theaterverein an.




