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Tradition & Geschichte


Die ersten Einträge über das Haus findet man im Jahre 1510. Ursprünglich hieß die Wirtschaft „Ausspann am Rhein“ bis Adolph Schroedter 1834 für dieses Lokal ein Wirtshausschild mit seinem eigenen Signet, einen großen goldnen Pfropfenzieher, malte. Dies bestimmt bis heute den Namen, wo der Maler und seine Künstlerfreunde gerne verkehrten.

Im „Goldnen Pfropfenzieher“ zu Oberwesel
Quelle: Walter Karbach „Hofmaler Carl Haag“, ISBN 3-00-011086-0

Am Plan gelegen, ist das stolze Haus mit seinem großen mittelalterlichen Weinkeller im 19. Jahrhundert ein beliebtes Quartier für durchreisende Maler, Dichter und Denker.A

Der Düsseldorfer Maler Adolph Schroedter begleicht 1834 dem Wirt seine Zeche mit einem goldfarbenen Pfropfenzieher, gemalt auf ein hölzernes Schild, der dem Wirtshaus seinen Namen gegeben hat; er signiert damit auch sein Gemälde.B

Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) trägt 1843 hier in patriotischer Runde sein Deutschlandlied vor.

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Ferdinand Freiligrath (1810-1876), der sich 1842 im benachbarten Sankt Goar ansiedelt, preist Oberwesel als schönsten Zufluchtsort am Rhein.C
Karl Simrock (1802-1876), der Bonner Germanist und Übersetzer des Nibelungenlieds, sammelt hier wie andernorts die Rheinsagen.

Auch Emmanuel Geibel (1815-1884), der erfolgreichste Lyriker seiner Zeit, ist öfter zu Gast, ebenso wie 1840 der große französische Schriftsteller Victor Hugo (1802-1885), der Oberwesel  in seinem Reisebericht Le Rhin preist.

Im Gästebuch haben sie Spuren hinterlassen.D

Carl Haag porträtiert 1850 den Sohn des Gastwirts in Jägerkluft.E

Auch viele englische Touristen kommen hierher, darunter 1841 William Turner (1775-1851) und 1863 der berühmte Pionier der Fotografie, Francis Frith (1822-1898),F so dass der Wirt gegen 1885 gar den Namen The golden Corkscrew über dem Eingang anbringen lässt.G

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*1834 Adolf Schrödter Schwedt
  a.d. Oder
  1805 - 1875 Karlsruhe

(Original: Rheinisches Nationalmuseum Bonn)

Einst zog ein junger Maler auch*
Von Düsseldorf daher,
Der kannte gut den Kellerbrauch
Und trank viel Flaschen leer,
Doch bei der Zech da sprach der Wirth:
Schon gut! Ihr malt dafür,
Damit sich fürder keiner irrt,
Ein Schild mir vor die Tür.

Da rief der Gast und hob dabei
Das Glas: Herr Wirth, es gilt,
Mein eigen Malerzeichen sei
Fortan des Hauses Schild,
Aus eurem Flaschenkeller quoll
Mir goldner edler Wein,
"Zum Goldnen Pfropfenzieher" soll
Drum eure Firma sein.

  • A) Zur Rheinromantik vgl. den Bildband von Werner Schäfke, Rhein-Romantik, Bonn 2001.
  • B) Schroedters 1835 entstandenes Gemälde hängt im Rheinischen Landesmuseum Bonn.
  • C) Freiligraths Gedicht Oberwesel ist u.a. abgedruckt in: Der Kreis St. Goar. Ein Heimatbuch, hrsg. von P.J. Kreuzberg, Boppard, o.J. (1925), S.51.
  • D) Vgl. Gästebücher des Hotels Zum Goldnen Pfropfenzieher, Privatbesitz.
  • E) Vgl.  Carl Haag, Der Wirthssohn vom Pfropfenzieher zu Oberwesel, Aquarell mit Bleistift (1850), Privatbesitz.
  • F) Francis Frith unternimmt 1863 eine vom Siebengebirge bis Bacharach führende Rheinreise, um lllustrationen für den Reiseroman Hyperion (1850) des Amerikaners Henry W. Longfellow (1807-1882) zu sammeln. Vgl. Francis Frith, The Gossiping Photographer on the Rhine, London 1864. Auch Longfellow war Gast in Pfropfenzieher.
  • G) Foto bei Hausknecht, a.a.O., Bd. 1, Nr.25.


 
 
 
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Hotel "Goldner Pfropfenzieher"  |  Am Plan 1  |  55430 Oberwesel / Rhein  |  Telefon: (06744) 93 39 - 0  |  Telefax: (06744) 93 39 - 66