Teil V: Von 1949 bis 1970

Es folgte in den 50er und 60er Jahren ein Neubeginn, den man später als deutsches „Wirtschaftswunder" bezeichnen sollte. August Zeuner wurde 1949 auf zehn Jahre zum Bürgermeister gewählt und unter seiner Leitung begann ein neuer Aufstieg der Stadt. Vorher war in getrennten Wahlgängen von Stadtrat und Amtsvertretung beschlossen worden, daß der hauptamtliche Bürgermeister in Personalunion auch das Amt Wiebelsheim mit den Gemeinden Damscheid, Dellhofen, Langscheid, Perscheid und Wiebelsheim mitverwalten soll. 1951 wurde der städtische Sportplatz am Hafen zu einer modernen Anlage ausgebaut, sodaß im gleichen Jahr hier die „Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften" durchgeführt werden konnten. Bald nach 1945 hatte sich gezeigt, daß das Krankenhaus zu klein war, so daß 1949/1951 ein erster Erweiterungsbau erforderlich wurde, der die Bettenkapazität auf 100 erhöhte. Dann hatte die Stadt die Gelegenheit, von dem Deutsch-Amerikaner namens Rhinelander die Schönburg mit umliegendem Gelände käuflich zu erwerben. Dadurch war es möglich, die Burg für die Öffentlichkeit zu erhalten und den Nordteil durch den Verein "Kolpinghaus auf Schönburg" zur „Internationalen Jugendburg" auszubauen, die am 15. August 1953 in Gegenwart von Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss und Bischof Dr. Matthias Wehr eingeweiht wurde. Im Krankenhaus wuchs der Bedarf an Betten stetig und 1954 fand die Einweihung eines 2. Erweiterungsbaues statt, mit dem die Bettenzahl auf 130 Betten erhöht wurde. Neu geschaffen wurden außerdem Operationssaal und technische Nebenräume.

Das Gesicht der Stadt wesentlich verändert hat aber dann der Bau der Umgehungsstraße der B 9 in den Jahren 1956-58. Damit einher ging auch die Verkleinerung des Hafenbeckens, um die Rheinuferpromenade wenigstens etwas zu vergrößern. 1959 wurde Bürgermeister August Zeuner auf weitere zwölf Jahre wiedergewählt, ein überzeugender Vertrauensbeweis für seine bisherige Tätigkeit.
Im gleichen Jahr wurde das Gaswerk von der herkömmlichen Kohlebasis-Gaserzeugung auf eine Flüssiggas-Spaltanlage umgestellt. 1960 errichtete die Stadt eine neue Turnhalle und begründete im gleichen Jahr als eine der ersten Städte in Rheinland-Pfalz eine Partnerschaft mit Chablis; offizieller Austausch der Partnerschaftsurkunden im August 1961. 1962 wurde der zweite Bauabschnitt des Kolpinghauses auf Schönburg in Anwesenheit von Bundeskanzler Dr. Adenauer und Ministerpräsident Dr. Altmeier eingeweiht. Im Juli 1967 wurde das neue Freibad im Niederbachtal eröffnet. Auch beim Krankenhaus blieb die Zeit nicht stehen. Da das Haus nicht mehr den Anforderungen moderner Medizin entsprach und sich das Einzugsgebiet dank des guten Rufes des Hauses wesentlich ausgeweitet hatte, nahm man 1968 die 3.Erweiterung des Krankenhauses in Angriff. Dieser fünfgeschossige Erweiterungsbau wurde am 4. März 1971 feierlich eingeweiht.


 
 
1.jpg2.jpg3.jpg4.jpg5.jpg
Webdesign & Redaktionssystem by cybox koblenz