Geschichte der Stadt St. Goar
Grabungsfunde belegen, daß das heutige Stadtgebiet bereits in römischer Zeit besiedelt war. Die Schiffahrt benötigte Hilfskräfte, um die Riffe an der Loreley zu überwinden. Vermutlich gab es eine Rheinfähre, die römische Straßen miteinander verband. Ihren Namen verdankt die kleine Siedlung dem heiligen Goar. Er ließ sich um 550 hier nieder und gründete eine christliche Herberge für Arme und Reisende. Sein Grab entwickelte sich zu einer vielbesuchten Wallfahrtsstätte, die von einer Klerikergemeinschaft betreut wurde. Seit dem 8. Jahrhundert war dieses Kollegium mit seinem Besitz der Abtei Prüm (Eifel) unterstellt. Als Vögte des Klosters waren zuerst die Grafen von Arnstein und ab 1190 die Grafen von Katzenelnbogen. Somit stand die Stadt unter militärischem Schutz und der Gerichtsbarkeit des Grafenhauses.
Über der Goarskapelle des Heiligen Goar hatte Abt Asuer von Prüm eine neue Kirche bauen lassen, die Ende des 11. Jahrhunderts durch eine neue ersetzt wurde.
Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt die Stiftskirche Graf Philipp dem Älteren, der seinen Werkmeister Hans Wynt beauftragte, diese repräsentative dreischiffige Emporenhalle zu errichten. Der Landgraf führte die Reformation ein und hob das Stift auf. Sein Sohn Philipp II machte Rheinfels wieder zu seiner Residenz. Mit großem Aufwand ließ er die Burg zu einem Renaissanceschloß umbauen. Die Grabmonumente Philipps II. und seiner Gemahlin Anna Elisabeth von Bayern befinden sich in einer Kapelle an der Nordseite der Stiftskirche. Sie stammen von Wilhelm Vernuiken, dem Meister der Kölner Rathausvorhalle.
Unter Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels war St.Goar noch einmal kulturelles Zentrum der Region. Er bemühte sich um eine Verständigung zwischen den Religionen und pflegte regen Gedankenaustausch mit den geistigen Größen seiner Zeit. Beim Angriff der französischen Revolutionstruppen 1794 wurde die Burg kampflos übergeben und St.Goar bis 1813 unter französische Verwaltung gestellt. 1815 wurde St.Goar Preußen zugesprochen und erhielt erneut den Status eines Verwaltungszentrums und wurde Kreisstadt. Die Auflösung des Kreises St.Goar im Zuge der Verwaltungsreform 1969 und die Entscheidung für Simmern als Zentrum des Rhein-Hunsrück-Kreises sowie die Eingliederung der Stadt St.Goar 1972 in die Verbandsgemeinde St.Goar-Oberwesel mit Sitz in Oberwesel, haben in den letzten Jahren eine verstärkte Hinwendung zum Fremdenverkehr und den Bau von fremdenverkehrsfördernden Einrichtungen zur Folge gehabt.
Wappen der
Stadt St. Goar

Wappenbeschreibung:
Im geteilten Schild oben in Gold ein blaubewehrter roter Löwe (heraldisch Leopard), unten hinter einem goldenen Gitter goldene Lilien auf blauen Feld.Wappenbegründung:
Der Löwe ist die Wappenfigur der Grafen von Katzenelnbogen, die seit dem 13. Jh. In St.Goar herrschten. St.Goar war das Zentrum der Niedergrafschaft Katzenelnbogen. Die Lilien der unteren Wappenhälfte beziehen sich auf das Marienpatrozinium Darmstadts, dem Hauptort der Obergrafschaft Katzenelnbogens.Stadtfarben: Rot-WeißKontakt:
Stadtbürgermeister Walter MallmannRathaus
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