Geschichte

Urkundlich wird Werlau zum ersten Mal im Jahre 992 durch eine nicht unumstrittenene Urkunde erwähnt, als König Otto III. dem Stift St.Goar einige Güter in Werlau schenkte. Älteren Besitz in Werlau hatte das Koblenzer Stift St.Kastor, das um 1200 Hauptgrundherr in Werlau war. Weitere Aufzeichnungen über Werlau, das kurtrierisches Lehen war, stammen aus dem Jahre 1256. Der letzte Arnsteiner Graf, gestorben 1185, hatte Hoheitsrechte über Werlau. Im 13.Jh. haben die Grafen von Limburg und Isenburg dieses Recht ausgeübt, bis dasselbe um 1280 an die Grafen von Katzenelnbogen überging. Unter Dieter von Katzenelnbogen, der von 1245 bis 1248 Rheinfels erbaute, kam Werlau in den Burgbann von Rheinfels. Auf dem Boxberger oder Schecker Hof zu Werlau saßen die Herren von Boxberg und deren Nachkommen von Werle, genannt Brand, bezeugt als Burgmannen auf Burg Rheinfels. Noch heute erinnern die Namen Brandswald und Brandsmauer an dieses Geschlecht. In einem Gerichtsweistum aus dem Jahre 1383 - Werlau war Gerichtsort - werden die Gräben des Ringwalles erwähnt, die Werlau zu einem Wehrdorf machten. Damals wurde das „hohe Haus" mit den Gräben zu Werlau für 130 fl. an Graf Wilhelm v. Katzenelnbogen verkauft. Reste der Gräben sind noch heute vorhanden, so der Ring- und der Leimgraben. Ein Schultheiß und sieben Schöffen hatten über Recht und Ordnung in der Gemeinde zu wachen. Der Gerichts- oder Dingtag fand dreimal jährlich statt. Weide und Wald waren Gemeindeeigentum, nur der Dorfeingesessene hatte an diesem Anteil. Die Herrschaft der Grafen von Hessen-Kassel - vorherige Landesherren waren die Landgrafen von Hessen-Darmstadt und Grafen von Katzenelnbogen- dauerte bis 1794. In diesem Jahr wurde Werlau der französischen Republik einverleibt. 1814 kam es zum Königreich Preußen.

Seit der im hiesigen Gebiet erfolgten Reformation im Jahre 1527 sind die Einwohner überwiegend evangelisch. 1532 wird erstmalig ein evangelischer Geistlicher genannt.
Der 30-jährige Krieg ging auch in Werlau nicht spurlos vorüber. Von 45 Häusern im Jahre 1618 waren im Jahre 1667 noch 27 vorhanden. Am 4.August 1688 brannte fast das ganze Dorf infolge eines Gewitters ab. Kirche, 21 Häuser und 28 Scheunen wurden ein Raub der Flammen. Zum Ort gehörte früher der Prinzenstein, der heutige Ortsteil Fellen sowie der linksseitig des Gründelbaches gelegene Teil des Gründelbachtales. Unweit des Prinzenstein befindet sich die im Jahre 1962 stillgelegte Grube „Gute Hoffnung", die über den Zeitraum von vier Jahrhunderten vielen Einwohnern Verdienstmöglichkeiten gab (Urk. der Liegenschaften der Landgrafschaft Hessen vom 7.11.1562).


 
 
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