Ausblicke
Dicht gedrängt parken die Autos im Sommer auf den beiden Parkplätzen an der linksrheinischen B 9 gegenüber der Loreley. Touristen aus aller Welt machen hier an der belebten Straße eine kurze Rast, um den auf der anderen Rheinseite hoch aufragenden Loreleyfelsen zu fotografieren. Es werden noch einige Souvenirs erstanden, doch dann geht es weiter - dem nächsten touristischen Höhepunkt entgegen.
Keiner der hier Haltmachenden weiß indessen, daß er sich auf Urbarer Boden befindet, denn die Gemarkung des Rheinhöhenortes Urbar erstreckt sich tatsächlich den Berg hinab bis in die Mitte des Rheinstromes. Wer aber einen halben Tag Zeit mitbringt und sich die Mühe macht, über einen schmalen Fußweg mitten durch lichten Laubwald mit immer wieder wechselnden reizvollen Rückblicken ins Rheintal in etwa 20 Minuten die Hunsrückhöhen zu erklimmen, der wird dafür überreichlich belohnt.
Als erstes erreicht der Wanderer den Aussichtspunkt Loreleyblick „Maria Ruh", von wo er einen unvergeßlichen Blick auf die gegenüberliegende Loreley und hinab ins Rheintal bis zu den weiter flußabwärts liegenden Burgen „Katz" und „Maus" hat. Autos, Züge und Schiffe sind sichtbar weit entrückt, allmählich löst sich der Betrachter von der Hektik des Alltags. Und wenn sich sein Auge von der schönsten aller Aussichten, die man nur von dort aus auf den weltberühmten Felsen hat, lösen kann, wirft er noch einen Blick auf das 1984 vom Lions-Club Rheingoldstraße den „Vätern des Loreleyliedes" hier gesetzte Denkmal. Auf einer Bronzeplatte auf einem tonnenschweren Schieferbrocken sind sie vereint: Clemens Brentano, Heinrich Heine und Friedrich Silcher.
Von Maria Ruh aus geht es nur noch leicht ansteigende Wege vorbei an einem Tennis- sowie einem Minigolfplatz in den etwa 200 m entfernten eigentlichen Ort. Hunger und Durst lassen sich vorzüglich in den gastronomischen Betrieben stillen.
Ausgeruht und gestärkt verlässt der Gast das Dorf in Richtung Oberwesel und biegt hinter einem alten Wegekreuz links von der Kreisstraße ab. Wenn er Glück hat, begegnet er noch dem Schäfer mit seiner Herde, und dann öffnet sich ihm, zwischen Feldern und Wiesen südwärts schreitend, nochmals ein atemberaubender Blick auf das Rheintal, im Vordergrund Oberwesel mit seinen vielen alten Türmen, der „Schönburg", den zwei großen Kirchen „St. Martin" und „Liebfrauen" und im Hintergrund wie ein steinernes Schiff im Strome liegend die Pfalz bei Kaub.
Hier, auf dem Weg von Urbar nach Oberwesel, entstand 1996 auf Initiative der beiden oben erwähnten Urbarer Künstler ein Skulpturenpark. Neben eigenen Kunstwerken kann man auch solche von Otmar Alt oder Gernot Rumpf u.a. als reizvolle Kontraste zur gewachsenen Landschaft auf dem Weg ins Tal erwandern.




