Geschichte
Der Ort Wiebelsheim dürfte etwa zwischen 800 und 1000 nach Christus entstanden sein als eine der ersten Siedlungen auf den Höhen des Hunsrücks, da auch in anderen Gegenden Orte mit der Endung „-heim" als frühe fränkische Ortsgründungen erscheinen.
Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Oberwesels verknüpft. Um 1400 wurde Wiebelsheim der 1392 in Damscheid geschaffenen Altarpfründe zugeschlagen, jedoch im Rahmen der beiden Oberweseler Großpfarreien Liebfrauen und St. Martin, zu deren letzterer Wiebelsheim gehörte. Noch 1786 waren die Wiebelsheimer Pfarrkinder verpflichtet, sich an der Markusprozession in Oberwesel zu beteiligen, und zu gleicher Zeit trugen sie auch noch zum Bau des neuen Pfarrhauses von St. Martin bei.
Im 15. Jahrhundert hatte Wiebelsheim ein eigenes Schöffengericht, dessen Oberhof das Stadtgericht Oberwesel war.
Der 1798 unter französischer Herrschaft eingeführten Kantonalverwaltung war keine lange Dauer beschieden, und so kam es 1800 innerhalb der Kantone zur Einrichtung von Mairien. Ursprünglich wollte man Oberwesel und Wiebelsheim zu einer Mairie zusammenfassen, aber die Dörfer Damscheid, Dellhofen, Langscheid, Liebshausen, Perscheid und Wiebelsheim, die alle vor der Revolution zum Amt Oberwesel gehört hatten, widersetzten sich einmütig dem Anschluß an ihre alte Amtsstadt, wobei alte Animositäten, wie ein im Jahre 1787 geführter Prozeß, eine Rolle spielten.
Als Folge des Wiener Kongresses fiel das Gebiet zwischen Mosel und Nahe 1815 an Preußen. Im Zuge der nun folgenden Verwaltungsneuordnung entstand 1816 der Kreis St.Goar, darunter auch die Bürgermeisterei Wiebelsheim, wobei jedoch Liebshausen vorher abgetrennt und dem Kreis Simmern zugeschlagen wurde. 1828 wurde der damalige Bürgermeister Hörter von Wiebelsheim der erste gewählte Kreisdeputierte des neuen Landkreises St.Goar. 1884 wurden die Bürgermeistereien Oberwesel und Wiebelsheim, die seit 1851 getrennt waren, wieder vereinigt. Der Name des Amtes „Wiebelsheim" wurde in Auswirkung des Selbstverwaltungsgesetzes vom 05.10.1954 in „Oberwesel" geändert, so daß es von da an Stadt und Amt Oberwesel waren, die in Personalunion verwaltet wurden. Durch die Verwaltungsreform von 1968 wurden die Ämter in Verbandsgemeinden umgewandelt.
Wiebelsheim ist am 11.04.1826 abgebrannt. Nur 9 Häuser blieben verschont. Der historische Spritzenwagen aus dieser Zeit, der von kräftigen Männern mit Muskelkraft bedient wurde, steht noch heute im Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Wiebelsheim.
1846 entstand die heutige Kirche, die dem heiligen Petrus geweiht ist. Eine Besonderheit ist, daß sie als eine der wenigen Kirchen im hiesigen Raum zwei Türme hat. Die Kirche wurde am 16.08.1982 als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt.




