Besuch der Verbandsgemeinde St.Goar-Oberwesel in Lettland festigt kommunale Partnerschaft im Landkreis Dobele
Lettland-Reise vom 04. bis 07. Oktober 2001
Anfang Oktober weilte eine Delegation der Verbandsgemeinde St.Goar-Oberwesel, Bürgermeister Thomas Bungert, der erste Beigeordnete Erich Pies, die zweite Beigeordnete Ute Brahm und Büroleiter Michael Parma, auf Einladung des Landkreises Dobele im Rahmen der in 2000 begonnenen kommunalen Partnerschaft, in Lettland.
Zum Schluss des kommunalen Informationsaustausches bedankte sich Bürgermester Thomas Bungert bei Bürgermeister Edvins Upiti8s für die Ausarbeitung des tollen Programms und überreischte ihm ein Eisweinpräsent. Die Dame in der Mitte ist Linda Mierlauka, Mitarbeiterin von Herrn Upitis und Dolmetscherin.
Dort absolvierte man ein vielfältiges, sehr interessantes Rahmenprogramm, dass Bürgermeister Edvin Upitis und Linda Mierlauka (beide aus Têrvete) für ihre deutschen Gäste ausgearbeitet hatten.
Erste Anlaufstation am Freitag, 05.10.2001, war der Besuch der Grundschule in Têrvete, wo man Bürgermeister Thomas Bungert und seine Reisebegleiter im Rahmen eines Schulfestes herzlich willkommen hieß. Anschließend besichtigte man die Schulräume und Klassenzimmer. Nach dem Besuch starteten die Lehrer übrigens einen Ausflug ohne ihre Schüler. Die wurden derweil bis Unterrichtsschluss von den besten und ältesten Schülern betreut, eine Organisationsform, die dort hervorragend funktioniert.
Nach dem Besuch der Schule fand ein intensiver kommunaler Informationsaustausch mit Bürgermeister Edvin Upitis und seinen engsten Mitarbeitern, sowie Delegierten der Kreisverwaltung Dobele in der Gemeindeverwaltung Têrvete statt. Nach der herzlichen Begrüßung und Vorstellung der Personen wurde eingehend über die kommunale Praxis bei der Verbandsgemeindeverwaltung St.Goar-Oberwesel gesprochen und dutzende Fragen beantwortet, zum Beispiel über die Haushaltsführung, über bauliche Angelegenheiten bis hin zu bestimmten Sachgebietsfragen die EU-Förderung betreffend.
Im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens folgte ein Gespräch mit Modris Goba, dem Vorsitzenden der großen Agrarfirma „Têrvete“, der seine Betriebszweige mit all ihren Produkten erläuterte. Herr Goba, der sehr gut deutsch sprechen konnte, schilderte den Werdegang „seines“ Betriebes von der Kolchose bis zu heutigen Aktiengesellschaft. Vom Getreideanbau über Milchwirtschaft, Maisanbau bis hin zu einem Brauereibetrieb und der Zucht von reinrassigen Pferden, die Aktivitäten dieser Aktiengesellschaft sind unglaublich groß. Der Schwerpunkt der Produktion und Umsätze, so Herr Goba, liege allerdings nach wie vor bei der Milchwirtschaft. Sage und schreibe 3000 ha groß sind die Ländereien in und um Têrvete herum und da kann man sich durchaus vorstellen, dass es nicht einfach ist, einen so großen Betrieb zu führen. Schließlich ging es zum Pferdezuchtkomplex, wo Direktor Olegs Burkovskis die gesamte Anlage nebst gezüchteten Reit- und Dressurpferden zeigte. Ob Hannoveraner oder andere Pferderassen, die Pferdezucht in Têrvete ist in Europa bekannt. Nicht selten bezahlten Pferde-Liebhaber für ein Pferd aus Burkovskis Beständen Höchstpreise. Eigene Deckstation, Einreithalle und ein unendlich großes Reitgelände, man verfügt dort über alles, was man zur erstklassigen Pferdezucht benötigt.
Etwas mulmig fühlte sich die Delegation, als man nun eine ehemalige Raketenstation besuchte, wo noch hohe Stacheldrahtzäune, Schuppen, Bunker und Betongelände an die ehemalige Zeit der russischen Armee erinnern. Hier ging es um Fragen der Konversation, die den Kommunalpolitikern in Lettland bestimmt noch einiges Kopfzerbrechen bereiten dürften.
Wesentlich angenehmer fühlte man sich dann wieder im großen Naturpark, der als großes Tourismusbeispiel jedes Wochenende Tausende von Besuchern zählt und eine wichtige Einnahmequelle bedeutet. Ein nachahmenswertes Projekt für Kinder: Ein Künstler schuf dort einen kleinen Zwergenpark. Es handelt sich nicht etwa um Gartenzwerge. Vielmehr sind aus Holz winzige Häuser, Türme, Brücken und dergleichen entstanden, die so klein gebaut wurden, dass sie nur von Kleinkindern (etwa Kindergartenalter) genutzt werden können. Derzeit sind die Organisatoren des Naturparks damit beschäftigt, die „Bewohner des Waldes“, vom Käfer bis zum Reh, in Form einer Ausstellung aufzubereiten.
Am nächsten Morgen stand der Besuch der Kreisstadt Dobele auf dem Programm. Zuvor führte das Tagesprogramm zu einer Besichtigung des größten Palastes der Barockzeit in Lettland nach Rundále. Anschließend ging das Programm nahtlos in einen Konzert-Kulturnachmittag über. Ein Gastchor und der Frauenchor Têrvete veranstalteten ein Chorkonzert der Extraklasse. Umrahmt wurden die brillanten Chordarbietungen von der heimischen Volkstanzgruppe Têrvete, die ebenso glanzvoll das Publikum begeistern konnte. Eine freudige Überraschung: Man hatte sogar extra ein Lied für den Besuch der deutschen Delegation einstudiert.
Im Rahmen des Informationsaustausches kam man überein, im nächsten Jahr in Oberwesel eine Sport- und Kulturbegegnung zu veranstalten. Da es im Kreis Dobele eine der besten Handballmannschaften gibt, würde sich zum Beispiel ein Handballturnier anbieten. Ebenso könnte es im Bereich der Folklore-Tanzgruppe zu einer deutsch-lettischen Begegnung kommen. Bürgermeister Thomas Bungert hat den lettischen Freunden versprochen, am Ball zu bleiben und sich für einen Austausch auf sportlicher und kultureller Ebene einzusetzen. Ein besonderes Dankeschön gilt Lina Mierlauka, die Mitarbeiterin von Edvin Upitis, die an allen Tagen als Dolmetscherin fungierte und ihre Sache hervorragend meisterte und Bürgermeister Edvin Upitis, die beide dafür sorgten, dass die Gäste aus Oberwesel sich in Lettland wohl fühlen konnten.
Die Delegation der Verbandsgemeinde stellte sich zu einem Erinnerungsfoto in Jurmala kurz vor der Heimreise auf.

Viele Fragen wurden im Rahmen des Informationsaustausches im Rathaus in Tervete gestellt und beantwortet.

Herzlich empfangen wurde die deutsche Delegation in der Schule in Tervete.

Die Schulkinder lauschten, was die Dolmetscherin über den deutschen Besuch erzählte. Zum Schluss gab es einen riesigen Applaus für Bürgermeister Thomas Bungert und seine Begleiter.

Die Ländereien der Argrarfirma Tervete besichtigten von links nach rechts: Modris Goba (1. Vorsitzender Argrarfirma Tervete), Bürgermeister Thomas Bungert, Bürgermeister Edvins Uptitis, Linda Mierlauka, Beigeordnete Ute Brahm und Beigeordneter Erich Pies.

Nach der Maislese werden die "Reste" zu Futterzwecken geerntet.

Die Pferde, die in Tervete gezüchtet werden, sind bekannt. Pferdezüchter zahlen hohe Preise.

Herrrliche Landschaften gibt es in Lettland wie hier im Naturpark bei Tervete.






